In meiner Praxis arbeite ich wissenschaftlich fundiert systemisch und verhaltens-therapeutisch. In regelmäßigen Fort- und Weiterbildungen erhalte ich Einblicke in aktuelle Entwicklungen auf diesen Gebieten.

Systemische Therapie

In der systemischen Therapie haben wir einen bestimmten Blick auf die Wirklichkeit und leiten daraus therapeutisches Handeln ab. Das Individuum wird nicht als defizitär betrachtet, sondern die „Probleme“ werden als häufig unbewusster Versuch angesehen sich an die Umwelt so anzupassen, dass diese wieder ins Gleichgewicht findet bzw. im Gleichgewicht bleibt. Deshalb nimmt die systemische Therapie immer auch Beziehungen in den Blick, die Beziehung zu sich selbst, zu den Menschen und dem Umfeld insgesamt. Dies kann auf Wunsch von PatientInnen bedeuten, dass tatsächlich mehrere Personen anwesend sind; falls dies nicht möglich oder gewünscht ist, kann das soziale Umfeld auch unter Anwendung typischer systemischer Methoden mit einbezogen werden wie zirkuläres Fragen, Skulptur (Familienbrett), Genogramm. Die systemische Therapie lenkt den Blick auch auf das was Sie gut können, was funktioniert sog. Ressourcen und unterstützt Sie dabei die „eigenen Schätze“ freizulegen und zu nutzen.

Verhaltenstherapie

Auch hier betrachten wir nicht die PatientInnen als defizitär, sondern ungünstig erlernte Verhaltensweisen (Umgang mit Gedanken, Gefühlen und Situationen etc.) werden in den Blick genommen. Diese Verhaltensweisen haben Sie vielleicht früher einmal geschützt und hatten ihren Sinn, sind jedoch heute nicht (immer) hilfreich. Verhaltenstherapeuten gehen davon aus, dass ungünstige Verhaltensweisen, die Sie sich angeeignet haben auch wieder verändert werden können hin zu solchen Verhaltensweisen, die Sie näher an ein gesundes und erfülltes Leben bringen.

Schwerpunkt Schematherapie: In der Schematherapie wird die für PatientInnen manchmal diffuse innere psychische Landschaft mittels einer Arbeit in Teilen (z.B. inneres verletzbares Kind, glückliches Kind, gesunder erwachsener Anteil, Beschützer, abwertender Anteil) übersichtlicher und begreifbarer gestaltet. Diese Therapie unterstützt Sie dabei eigene Bedürfnisse besser kennenzulernen und diese zielführender stillen zu können als Ihnen dies vielleicht bisher möglich war. Darüber hinaus werden Wege aufgezeigt selbst- und / oder fremdschädigendes Verhalten abzubauen.

Schwerpunkt Akzeptanz- und Commitmenttherapie (kurz „ACT“): ACT ist ein, auf wissenschaftlichen Standards basierendes Verfahren (im Wesentlichen basierend auf der Relational Frame Theory). Die philosophischen Wurzeln von ACT liegen in dem funktionalen Kontextualismus. Die Begründer der Therapie sind Hayes, S. C., Strohsal, K. D. und Wilson, K. G..

Das Verfahren erfreut sich eines breiten Anwendungsspektrums, es wird eingesetzt bei chronischen Schmerzen, Depressionen, Ängsten, Epilepsie, psychotischen Erkrankungen, Suchterkrankungen, Traumata, Zwangserkrankungen, Burn out und Stress, um nur einige Bereiche zu nennen.

Das übergeordnete Ziel der ACT ist es, die psychische Flexibilität zu erhöhen, um unter den inneren und äußeren Anforderungen ein werteorientiertes Leben führen zu können. Psychische Flexibilität meint, im Hier und Jetzt zu leben, achtsam zu sein, sich für die augenblicklichen Erfahrungen des Lebens öffnen zu können und in der Lage zu sein, zu tun, was wichtig ist; dies geht nachweislich mit einer Verbesserung der Lebenszufriedenheit und der Vitalität einher, was sich wiederum auf viele andere Bereiche der inneren und äußeren Welt positiv auswirkt. Dabei geht es immer um die Lebensziele, weshalb das Vorgehen bei der ACT zwar systematisch aber nie starr ist, sondern sich individuell, gemeinsam in Abstimmung mit den jeweiligen PatientInnen dynamisch entwickelt.

Die ACT umfasst 6 Behandlungskomponenten, die von ACT-TherapeutInnen vermittelt und von PatientInnen erlernt und eingeübt werden: Es handelt sich dabei um Kontakt mit dem jetzigen Moment, beobachtendes Selbst, Bereitwilligkeit, Defusion, Werte, engagiertes Handeln.

Kontakt mit dem jetzigen Moment

Im Hier und Jetzt sein bedeutet psychisch präsent zu sein.

Wir Menschen sind oftmals abgelenkt, beschäftigen uns gedanklich mit der Vergangenheit oder der Zukunft, anstatt unser Leben, unsere jetzige Erfahrung ganz bewusst zu erleben. Oft lassen wir uns „einfach treiben“ und sind nicht präsent.

Das beobachtende Selbst (reines Gewahrsein).

In der Regel unterscheiden wir nicht zwischen dem denkenden und dem beobachtenden Selbst.

Das denkende Selbst
kennen wir sehr gut, es ist der Teil in uns, der alles kommentiert, bewertet, analysiert, Pläne schmiedet, und mit der Frage beschäftigt ist, ob das da draußen für mich von Vorteil sein könnte oder ob es mir schaden könnte usw..

Das beobachtende Selbst
ist der Teil, der dies alles einfach wahrnimmt. Unser Körper, unsere Gedanken und Gefühle ändern sich, aber der Teil der all dies wahrnehmen und beobachten kann, ändert sich nie.

Bereitwilligkeit

Sich Öffnen bedeutet sich für schmerzliche Gefühle, Gedanken und Körperempfindungen zu öffnen, anstatt gegen sie anzukämpfen (was nicht heißt, dass wir sie einfach nur aushalten sollen oder mögen müssen!).

Nur wenn wir diesen Erfahrungen Raum geben, haben wir eine Chance ein wertegeleitetes Leben zu führen.

Durch Bereitwilligkeit sind wir unseren Erfahrungen nicht mehr hilflos ausgeliefert, sondern wir entscheiden „wo es lang geht“.

Defusion

Gedanken beobachten bedeutet Gedanken als Gedanken, Gefühle als Gefühle, Körperempfindungen als Körperempfindungen zu erkennen und sich nicht mehr von ihnen „herumkommandieren“ zu lassen.

Wir gehen in Distanz und beobachten was geschieht, anstatt von unseren Erfahrungen überflutet zu werden und uns in Gedanken zu verstricken.

Werte (Wissen was zählt)

Was ist Ihnen persönlich im Leben zutiefst wichtig?
Wofür wollen Sie sich einsetzen?

Zu klären welche Werte Sie haben ist wesentlich auf dem Weg zu einem sinnerfüllten Leben.

In ACT werden Werte oft mit einem Kompass verglichen, der uns im Leben die Richtung weist und uns leitet.

Engagiertes Handeln

„Tun, was wichtig ist“ ist tägliches Verhalten, das an meinen ganz eigenen Werten orientiert ist.

Werteorientiertes Handeln stiftet Sinn, Vitalität und Lebensfreude.

Die ACT unterstützt PatientInnen dabei neue selbstgewählte Verhaltensmuster einzuüben und beizubehalten.

Sie haben Fragen oder möchten Ihr Anliegen gerne persönlich besprechen?

Nehmen Sie hier mit mir Kontakt auf.