In meiner Praxis arbeite ich schwerpunktmäßig auf Basis der neusten Entwicklungen der wissenschaftlich fundierten Verhaltenstherapie, insbesondere der Akzeptanz- und Commitment-Therapie oder kurz ACT (gesprochen wie das englische „act“, Commitment = Engagement).

Die Akzeptanz- und Commitmenttherapie (kurz „ACT“) ist ein, auf wissenschaftlichen Standards basierendes Verfahren (im Wesentlichen basierend auf der Relational Frame Theory) und gehört zu der „dritten Welle“ der Verhaltenstherapie. Die philosophischen Wurzeln von ACT liegen in dem funktionalen Kontextualismus. Die Begründer der Therapie sind Hayes, S. C., Strohsal, K. D. und Wilson, K. G..

Das Verfahren erfreut sich eines breiten Anwendungsspektrums, es wird eingesetzt bei chronischen Schmerzen, Depressionen, Ängsten, Epilepsie, psychotischen Erkrankungen, Suchterkrankungen, Traumata, Zwangserkrankungen, Burn out und Stress, um nur einige Bereiche zu nennen.

Das übergeordnete Ziel der ACT ist es, die psychische Flexibilität zu erhöhen, um unter den inneren und äußeren Anforderungen ein werteorientiertes Leben führen zu können. Psychische Flexibilität meint, im Hier und Jetzt zu leben, achtsam zu sein, sich für die augenblicklichen Erfahrungen des Lebens öffnen zu können und in der Lage zu sein, zu tun, was wichtig ist; dies geht nachweislich mit einer Verbesserung der Lebenszufriedenheit und der Vitalität einher, was sich wiederum auf viele andere Bereiche der inneren und äußeren Welt positiv auswirkt. Dabei geht es immer um die Lebensziele des Einzelnen, weshalb das Vorgehen bei der ACT zwar systematisch aber nie starr ist, sondern sich individuell, gemeinsam in Abstimmung mit dem jeweiligen Patienten dynamisch entwickelt.

Die ACT umfasst 6 Behandlungskomponenten, die von dem Therapeuten vermittelt und von dem Patienten erlernt und eingeübt werden: Es handelt sich dabei um Kontakt mit dem jetzigen Moment, beobachtendes Selbst, Bereitwilligkeit, Defusion, Werte, engagiertes Handeln.

Kontakt mit dem jetzigen Moment

Im Hier und Jetzt sein bedeutet psychisch präsent zu sein.

Wir Menschen sind oftmals abgelenkt, beschäftigen uns gedanklich mit der Vergangenheit oder der Zukunft, anstatt unser Leben, unsere jetzige Erfahrung ganz bewusst zu erleben. Oft lassen wir uns „einfach treiben“ und sind nicht präsent.

Das beobachtende Selbst (reines Gewahrsein).

In der Regel unterscheiden wir nicht zwischen dem denkenden und dem beobachtenden Selbst.

Das denkende Selbst
kennen wir sehr gut, es ist der Teil in uns, der alles kommentiert, bewertet, analysiert, Pläne schmiedet, und mit der Frage beschäftigt ist, ob das da draußen für mich von Vorteil sein könnte oder ob es mir schaden könnte usw..

Das beobachtende Selbst
ist der Teil, der dies alles einfach wahrnimmt. Unser Körper, unsere Gedanken und Gefühle ändern sich, aber der Teil der all dies wahrnehmen und beobachten kann, ändert sich nie.

Bereitwilligkeit

Sich Öffnen bedeutet sich für schmerzliche Gefühle, Gedanken und Körperempfindungen zu öffnen, anstatt gegen sie anzukämpfen (was nicht heißt, dass wir sie einfach nur aushalten sollen oder mögen müssen!).

Nur wenn wir diesen Erfahrungen Raum geben, haben wir eine Chance ein wertegeleitetes Leben zu führen.

Durch Bereitwilligkeit sind wir unseren Erfahrungen nicht mehr hilflos ausgeliefert, sondern wir entscheiden „wo es lang geht“.

Defusion

Gedanken beobachten bedeutet Gedanken als Gedanken, Gefühle als Gefühle, Körperempfindungen als Körperempfindungen zu erkennen und sich nicht mehr von ihnen „herumkommandieren“ zu lassen.

Wir gehen in Distanz und beobachten was geschieht, anstatt von unseren Erfahrungen überflutet zu werden und uns in Gedanken zu verstricken.

Werte (Wissen was zählt)

Was ist Ihnen persönlich im Leben zutiefst wichtig?
Wofür wollen Sie sich einsetzen?

Zu klären welche Werte Sie haben ist wesentlich auf dem Weg zu einem sinnerfüllten Leben.

In ACT werden Werte oft mit einem Kompass verglichen, der uns im Leben die Richtung weist und uns leitet.

Engagiertes Handeln

„Tun, was wichtig ist“ ist tägliches Verhalten, das an meinen ganz eigenen Werten orientiert ist.

Werteorientiertes Handeln stiftet Sinn, Vitalität und Lebensfreude.

Die ACT unterstützt Patienten dabei neue selbstgewählte Verhaltensmuster einzuüben und beizubehalten.

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